Interessantes rund um das Thema Hebamme

Frauenmilchbanken

Posted by: Elizabeth Schmahl on: Juni 14, 2007

Diane Wiessinger schrieb:


Stillen ist das Beste; künstliche Nahrung ist das Zweitbeste. Die Welt-gesundheitsorganisation (WHO) ist anderer Meinung, hier ist ihre Rang-folge:
Stillen;
Abgepumpte und dem Kind auf andere Art gefütterte Milch der eigenen Mutter;
gespendete Milch einer anderen Mutter; und
künstliche Säuglingsnahrung [4]

Wir müssen uns dies selbst klar machen und es Anderen gegenüber klarstellen. “Die zweite Wahl zur Mutterbrust” kommt ebenfalls aus der Brust, nicht aus der Dose. Die kostenlosen Proben, die so verführe-risch auf dem Regal im Sprechzimmer des Arztes platziert sind, sind nur die viertbeste Lösung bei Stillproblemen.

Heutzutage gibt es nur wenige Frauenmilchbanken in Deutschland – 15 in den neuen Bundesländern, und seit 1972 in den alten Bundesländern gar keine. Sicherheit ist nicht das Problem:


Die Sammlung von gespendeter Frauenmilch hat in Deutschland eine lange Tradition. Mit modernen Screeningmethoden wird die Übertragung von Infektionen ausgeschlossen. Es wird pasteurisierte und tiefgefrorene Spenderinnenmilch an andere Kliniken abgegeben. Die Inzidenz der nekrotisierenden Enterokolitis ist niedrig. Wegen ihrer günstigen Zusammensetzung wird für sehr unreife Frühgeborene die Milch von Spenderinnen bevorzugt, die selbst zu früh geborene Kinder haben.

Und Kostenfaktoren dürfen bei Frühgeborenen keine Rolle spielen, wenn man 60€ pro Tag für gespendete Muttermilch mit etwa 1000€ pro extra Tag Betreuung in einer Kinderklinik vergleicht.

Es wäre vielleicht gar nicht schlecht zu überlegen, warum Milchbänke bei uns nicht wie in anderen Ländern verbreitet sind, und wieviel Einfluss die Säuglingsnahrungsindustrie wirklich hat.

“Mutter spenden Milch – das beste Nahrungsmittel für Babys”. Universitätsklinikum Magdeburg aktuel, Seite 13 (6/Dezember 2003).

Scherbaum, Veronika, et. al. “Stillen: frühkindliche Ernährung und reproduktive Gesundheit – weltweiter Kontext und tägliche Praxis”. Deutscher Arzte-Verlag (2003). ISBN 3769104072

Springer, S. “Frauenmilchbanken – ein alter Zopf?” PerinatalMedizin, Band 10, Nummer 3, Seiten 84-87 (12.1998). DOI 10.1007/s001520050090.

Stamm, Ursula. “Frühchen brauchen Muttermilch – Kliniken sammeln Milchspenden von stillenden Müttern”. Berliner Morgenpost (15.01.2005).

Wiessinger, Diane. “Watch Your Language!” Journal of Human Lactation Band 12, Nummer 1, Seiten 1-4 (1996).

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